Ilona Jerger: „Und Marx stand still in Darwins Garten“

 

Ilona Jerger ist eine spannende Geschichte gelungen, wie es hätte sein können, wenn sich Darwin und Marx damals in ihrer Londoner Umgebung getroffen hätten. Sie blickt belesen in beider Lebensläufe, schildert ihr morbides Altersleben und führt über die Gespräche mit dem fiktiven beiderseitigen Hausarzt zu Reflexionen über die „Lage der arbeitenden Klasse in England“, religions- und kirchenkritischen Aspekten, mit dem sehr privaten Blick in die Wohnzimmer der beiden hin zu Familiengeschichten von Darwin mit Emma, Marx mit Jenny und Lenchen. Ilona Jerger betrachtet das England des 19. Jahrhunderts, mit herbstlicher und winterlicher Natur, wissenschafts-geschichtlichen, politischen wie weltanschaulichen und religiösen Fragen.

„Dass ihr Engländer sogar in der Natur das kapitalistische Hauen und Stechen sehen wollt. Überall Kampf und das Stärkere muss siegen!“ Marx ballte seine Faust, reckte sie in die Luft und ließ sie auf Darwins Buch niedersausen. „Dabei handelt es sich um einen klasssichen Zirkelschluss.“ Er zeichnete mit dem Zeigefinger Kreise in die Luft. „Darwin hat den Kampf ums Überleben, den er im kapitalistischen Sytem beobachtet hat, auf Tiere und Pflanzen übertragen. Nein, es ist kein Zufall, dass er in der Natur seine englische Klassengesellschaft wiedererkennt.“ (S. 108-109)

In Ilona Jergers Wiedergabe berührt mich, wie sie auf Marxens Emigration eingeht:

„Im Ton beiläufig, sagte Doktor Beckett, Entwurzelung und Vertreibung würden den Menschen doch arg zusetzen. Er habe noch andere Exilanten unter seinen Patienten und habe mit ansehen müssen, was Heimatlosigkeit mit ihnen anrichte. Das Verlassen der Familie. Die fremde Sprache. Die andere Kultur. Verfolgt sein. Ausspioniert werden. … “ (S. 113)

Die fiktive Begegnung von Darwin und Marx im Kapitel „Tischgebet mit Ungläubigen“ zum Abendessen im Hause Darwin mit seiner Frau Emma, die vorsorglich den Ortspfarrer dazu geholt hatte, Edward Aveling, hier eingeführt als Marxens Schwiegersohn, und dem deutschen Freidenker Ludwig Büchner komponiert die Autorin gedankenreich, köstlich und spritzig.

 

Ilona Jerger: Und Marx stand still in Darwins Garten, Roman, Ullstein, Berlin 2017, 288 Seiten

Besprechung bei Literatur im Fenster.

„And Marx Stood Quietly in Darwin’s Garden
England, 1881. Two of the most important man of the 19th century live only a  few miles apart. Charles Darwin resides in the countryside of Kent while Karl Marx lives in the midst of bustling London. Both, in their own right, have changed the course of modern science, philosophy and politics. And both struggle with that legacy. Disillusioned with life and the science community Darwin spends his days secluded researching earthworms. Marx desperately tries to write another piece of the magnitude of Capital Volume I, while he still awaits the uprising of the proletariat. One evening they meet at a dinner party. What starts as an engaging conversation quickly becomes a heated fight once they broach the topic of God and justice. The evening ends in a disaster yet the two forces of  nature share an intimate moment in which both quietly acknowledge that they have more in common than they thought or could ever admit publicly.

 

This brilliant novel allows for the reader to get to know these big and highly controversial personalities on a very personal and deeply human level. They appear vulnerable and fragile. Simultaneously, Jerger displays well researched discourses into Materialism and Evolutionary Theory that lay a solid foundation to this fictionalised setting. Most importantly, she transports us to very personal yet crucial moments that have fuelled these two men’s theories and have ultimately shaped the modern world as we know it. And only fiction can do that!“

 

 

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2017 Nuremberg International Human Rights Award: „Group Caesar“

Appreciation in English language please see below.  Die Jury des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises zeichnete in diesem Jahr die „Gruppe Caesar“ aus:

„Preisträger ist die Gruppe Caesar

Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 24. September 2017, im Nürnberger Opernhaus statt. Die Jury begründete ihre Entscheidung folgendermaßen:

„Caesar“ ist der Deckname eines ehemaligen syrischen Militärfotografen, der über 50.000 Fotos aus dem Land gebracht hat, darunter 28.000 Bilder von Gefangenen, die in syrischen Gefängnissen durch Folter, Hinrichtungen, Krankheit, Unterernährung oder andere Misshandlungen getötet worden waren.

Nach Ausbruch des Bürgerkrieges 2011 hatte er den Auftrag, Leichen von syrischen Soldaten wie auch Oppositionellen zu fotografieren und diese Bilder systematisch zu archivieren, was inzwischen als „Bürokratie des Todes“ bezeichnet wird. Caesar litt massiv unter dem, was er täglich sah und erlebte; er kopierte die Bilder heimlich und schmuggelte sie mit Hilfe von Unterstützern aus dem Gefängnis und aus dem Land.

Im August 2013 verließ er Syrien mit seiner Familie und dem Vorsatz, die Verbrechen an den Gefangenen, die ihn nicht mehr losließen, an die Öffentlichkeit zu bringen. Im Januar 2014 wurden die Fotos im Internet veröffentlicht. Der im Januar 2014 erschienene Bericht einer Untersuchung, die von ehemaligen Chefanklägern internationaler Strafgerichte geführt wurde, bestätigte, dass Caesars „Beweise verlässlich waren und in jedem nachfolgenden Prozess ohne Risiko verwendet werden könnten“.

Der Leiter der Untersuchung, Desmond De Silva, beschrieb seinen Bericht als „einen rauchenden Colt“, als den Beweis für Morde in „industriellem Ausmaß“ durch das syrische Regime. Human Rights Watch bestätigte die Echtheit der Fotos in dem im Dezember 2015 veröffentlichten Bericht „Wenn die Toten sprechen könnten. Massenmorde und Folter in syrischen Gefängnissen“.

Die Jury spricht ihre Anerkennung auch der Entschlossenheit und Beharrlichkeit der investigativ tätigen französischen Journalistin Garance Le Caisne aus. Als diese Kenntnis von den Fotos erlangte, konnte sie nach monatelanger Recherche Kontakt zu Caesar aufnehmen, der sich nach anfänglichem Zögern aus Angst um seine eigene Sicherheit und die seiner Familie doch zum Interview bereit erklärte. Aus den Gesprächsmitschnitten und weiteren Interviews mit ehemaligen Häftlingen entstand das Buch „Codename Caesar. Im Herzen der syrischen Todesmaschinerie“. Caesar lebt heute versteckt in Nordeuropa und wird den Preis persönlich nicht entgegennehmen können.

Im syrischen Bürgerkrieg werden extreme Menschenrechtsverletzungen von allen Konfliktparteien begangen. Laut dem Bericht von Amnesty International vom August 2016 sollen allein in den syrischen Gefängnissen seit 2011 mehr als 17.700 Menschen getötet worden sein. In der Folter wird die Verletzlichkeit eines Menschen gezielt ausgenutzt in der Absicht, den Willen dieser Person zu brechen, um ihr dadurch Informationen abzupressen, sie zu demütigen, sie einzuschüchtern oder im schlimmsten Fall zu vernichten.

Folter und andere Formen grausamer und unmenschlicher Behandlung sowie Bestrafung sind in internationalen Menschenrechtsabkommen, etwa der Antifolterkonvention der Vereinten Nationen von 1984 vollständig und ausnahmslos verboten. Trotz der Ratifizierung durch 147 Staaten wird systematische Folter in mehr als 100 Ländern angewandt, vor allem in solchen, in denen Diktatoren oder autoritäre Regime herrschen.

Caesar und seine Kollegen wurden von dem Verlangen angetrieben, dafür zu sorgen, dass die dokumentierten Menschenrechtsverbrechen nicht straflos bleiben. Dafür nahmen sie große Gefahren auf sich. Mit der Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an die Gruppe Caesar will die Jury auch an die Geschichte Nürnbergs als Wiege des modernen Völkerstrafrechts anknüpfen.“

Quelle:  https://www.nuernberg.de/internet/menschenrechte/jurybegruendung_caesar.html

Den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis 2017 nahm stellvertretend für den ausgezeichneten Fotografen und seine Gruppe die Journalistin Garance Le Caisne in Empfang. Wie die Presse berichtet, konnte der Fotograf einige Tage später einen Besuch in Nürnberg machen.

Bei der Friedenstafel im Anschluss an die Preisverleihung kommen viele Nürnberger zusammen auf dem Kornmarkt bei der „Straße der Menschenrechte“ und sprechen über die Preisverleihung. Die Fotografien der Gruppe Caesar wurden dazu in der Galerie Kreis ausgestellt.

Human Rights Watch hat in einer Studie die Fotografien als authentische Dokumente erkannt. Einige Angehörige der Folteropfer und Todesopfer haben ihre Verlorenen auf den Fotografien erkannt, können und werden strafrechtlich und völkerrechtlich vorgehen.

Einige Freunde sagten, die Aufnahmen erinnerten sie an die Fotografien der Opfer der Konzentrationslager. In der Ausstellung sehen wir ins Antlitz von gefolterten und gemordeten Menschen in Syrien, sehen die geschundenen Körper und lesen die Aussagen mehrer Angehöriger.

Le Caisne, Garance, Codename Caesar. Im Herzen der syrischen Todesmaschinerie, C. H. Beck Verlag:

http://www.chbeck.de/le-caisne-codename-caesar/product/16128742

https://www.nuernberg.de/internet/menschenrechte_e/jury_appreciation_caesar_e.html

2017 Nuremberg International Human Rights Award

The jury gave the following reasons for its decision:

“Caesar” is the code name of a former Syrian military photographer who brought over 50,000 photographs out of the country, 28,000 of which show detainees in Syrian prisons killed by torture, outright execution, disease, malnutrition or other ill-treatment.

After the start of the civil war in 2011, his task was to photograph the corpses of both dead Syrian soldiers and political opponents, and to systematically archive those photographs in what has been called a „bureaucracy of death“. Caesar suffered immensely, seeing and experiencing this every day; he secretly copied the images and, with the help of supporters, smuggled them out of the prison and out of the country.

In August 2013, he left Syria with his family with the intention of making public the crimes committed against the prisoners which kept haunting him. In January 2014, the photographs were published on the internet. The report of an enquiry led by three former chief prosecutors of international criminal tribunals published in January 2014 confirmed that Caesar’s „evidence was reliable and could safely be acted upon in any subsequent judicial proceedings“.

The chairman, Desmond De Silva, described his report as „the smoking gun“ showing evidence of „industrial-scale“ killing by the Syrian regime. Human Rights Watch confirmed the authenticity of the images in an 86-page report „If the Dead Could Speak. Mass Deaths and Torture in Syria’s Detention Facilities“ published in December 2015.

The jury also wishes to recognise the determination and tenacity of French investigative journalist, Garance Le Caisne. When she got to know about the photographs, after months of research she was able to contact Caesar who after hesitating at first, fearing for his own and his family’s safety, finally consented to be interviewed by her. The recordings of the conversation and of further interviews with former prisoners were the basis for the book „Opération César: Au coeur de la machine de mort syrienne“ (Operation Caesar. In the Heart of the Syrian Death Machine). Caesar now lives in hiding in Northern Europe and will not be able to receive the award in person.

In the Syrian civil war, extreme human rights violations have been committed by all sides of the conflict. Since 2011, according to the report by Amnesty International of August 2016, over 17,700 people are said to have been killed in Syrian prisons alone. Torture is the purposeful exploitation of the vulnerability of a human being, with the intention of breaking this person’s will and of extorting information in this way, of humiliating, intimidating and in the worst case eliminating this person.

Torture and other forms of cruel and inhumane treatment as well as punishment have been banned completely and without exception by international human rights agreements such as the Anti-Torture Convention of 1984. Although 147 states have ratified this convention, torture is still systematically used in over 100 countries, mainly in those where dictators or authoritarian regimes rule.

Caesar and his colleagues have been driven by a desire to ensure that there is no impunity for documented human rights crimes, incurring major risks. By awarding the Nuremberg International Human Rights Award to Group Caesar, the City of Nuremberg builds on its history as the cradle of modern international criminal law.

„Gegenwind“ beim Nürnberger Bardentreffen – „Headwind“ at the World Music Festival

Readers in English language please check out the English page of the festival here.

„Gegenwind“ lautet das Motto des diesjährigen 42. Bardentreffens in Nürnberg.  Wie seit Jahrzehnten läutet es die Schulferien ein und bietet die schönsten Tage des Sommers in Nürnberg, und meistens spielt auch das Wetter gut mit. Die Nürnberger treffen sich mit Freunden und Gästen in der Stadt, und über den Plätzen und Gassen wölbt sich der Himmel der Musik.

Die Veranstalter des Projektbüros im Kulturreferat der Stadt Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk, Studio Franken, machten in Anspielung auf die globale Großwetterlage einen „Gegenwind“ aus und stellten die „Luftklinger“ – Blasinstrumente – in den Mittelpunkt des Festivals.

Dank mehrerer Förderer gilt nach wie vor: „umsonst und draußen“. Eintritt frei, und wer das Bardentreffen unterstützen will, erwirbt das Programm-Heft, eine nette Pin-Nadel – in diesem Jahr ein Saxophon – und versorgt sich mit fränkisch-internationalen Speisen und vorzugsweise fränkischen Bieren, Weinen, Wässern oder Säften des gastronomischen Angebotes.

Im Bühnenprogramm konnte ich in diesem Jahr folgende Bands wahrnehmen; Zitate aus der Internet-Seite des Bardentreffens:

Freitag:

Fanfaraï nimmt die Tradition algerischer Straßenkapellen auf, die einst an Festtagen aufspielten. Deren Instrumentarium haben die Musiker um Blechblasinstrumente erweitert und das Repertoire mit Latin- und Jazz-Klängen bereichert. Die französische Kapelle nennt ihren fröhlichen Sound die „untypischste Blasmusik vom Maghreb“ und in Verbindung mit einer temperamentvollen Show hat sie sich damit schnell von der Straße auf die Bühne gespielt.“ Nachsehen und hören unter:  http://tournsol.net/artist/fanfarai-en/

Samstag:

Tuuletar hat sich nach der Windgöttin in der finnischen Mythologie benannt. Das passt, denn seit 2012 wirbeln die vier exzellenten Sängerinnen mit frischem Wind die Folkszene auf. Die temperamentvollen Damen bedienen sich an der reichen finnischen Folktradition ebenso wie bei Klassik, Pop, elektronischer Musik und Sprechgesang und machen daraus das, was sie Vocal-Folk-Hop nennen.“ Ihr Internet-Auftritt:  http://tuuletar.com/en/

„Als „purer Musikzauber“ und „fast ein Wunder“ wird der fesselnde Sound der anglo-irischen Band Flook von Publikum und Kritikern empfunden. In den 1990er-Jahren war sie die „Supergruppe“ der Weltmusikszene und von der Magie und Energie von damals haben sie bis heute nichts eingebüßt.“ Mitreißende Flötentöne, Gitarre und Bodhran, windstille Lullabies und stürmische Tanzstücke von der irischen See – im Netz unter: http://www.flook.co.uk/

Hank Shizzoe ist ein gefragter Gitarrist, Produzent und Songschreiber. In seiner knapp 25-jährigen Karriere hat er schon mit so einigen Größen der Musikbranche gespielt, für den „Rolling Stone“ ist er „der beste Roots-Rock-Songwriter und Gitarrenstilist, der nicht aus den USA kommt“.“ Der Schweizer bietet auf seiner Internet-Seite interessante Hörstücke:  http://www.hankshizzoe.com/

Die Fotogallerie des Tages bitte zum Vergrößern anklicken. Im Schaufenster der Buchhandlung Korn & Berg am Hauptmarkt spiegelt sich die Frauenkirche. „Die älteste Buchhandlung Deutschlands“ bietet nicht nur gute Auswahl und Beratung, sondern gestaltet auch ihre Auslagen kreativ und aktuell. In St. Katharina, der Ruine der Klosterkirche, spielten Tuuletar; auf dem Sebalder Platz Flook und Hank Shizzoe.

Was wäre das Bardentreffen ohne die zahlreichen Musiker*innen und Ensembles auf der Straße – alte Barden lassen Minnelieder verlauten, weitgereiste Bands und musischer Nachwuchs lassen ihr Können und Lernen hören. So sind an allen Ecken, Nischen und Winkeln in der Nürnberger Altstadt wohlig bekannte oder erfrischend neue Klänge zu vernehmen, sei es an der Pegnitz und auf ihren Brücken, in Geschäftspassagen oder „Rockin‘ Lafayettes“zu Füßen des „Meistersingers“ Hans Sachs – anklicken vergrößert die Aufnahmen:

Die Musen bebildert auch der Schöne Brunnen, kürzlich im Tageslicht gebloggt, hier mit nächtlichen Aufnahmen von Pythagoras und Hirtenflöte, David und Leier sowie dem kleinen Trommler, Bläser, Lautenspieler und Amor:

Sonntag:

Ein heißer Nachmittag, abkühlender Regen und ein schöner Ausklang auf dem Sebalder Platz am Sonntagabend.

European Tuba Power ist ein Gipfeltreffen der vier angesagtesten Tubisten unserer Zeit: Andreas Martin Hofmeir, Alessandro Fossi, János Mazura und Roland Szentpál. Die preisgekrönten Musiker haben ein Kraftpaket geschnürt. Für große Begeisterung sorgen bei den Konzerten vor allem aber die im Verbund mit dem Schlagwerker Christoph Huber dargebrachten Jazz-Arrangements von Duke Ellington oder Charlie Chaplin, die Pop-Hits der Red Hot Chilli Peppers und einzigartige Tuba-Technos.“ Tuba-Professor Hofmeir im Internet:  http://andreas-martin-hofmeir.com/

„Im Januar wurde Stephan Zinner in der Tafelhalle der Sonderpreis des Deutschen Kabarett-Preises 2016 verliehen. Weil der aus Film, Fernsehen und Theater bekannte Oberbayer „ein vielfach begabter, intelligenter Unterhalter“ ist, „der aus unserem aberwitzigen Alltag auf der Bühne etwas Besonderes machen kann.“ Wie er locker plaudernd und Gitarre spielend die schrägen Momente im Leben auf die Spitze treibt ist einfach spitze.“ Zinners Heimat-Seite ist hier zu finden:  http://www.zinner-music.de/index.html

Der Bayerische Rundfunk überträgt eine Zusammenfassung des Bardentreffens an den Sonntagen 6. und 13. August 2017 jeweils von 21.05 bis 22 Uhr in seinem Hörfunkprogramm Bayern 2 und am 30. Juli 2017 mit Live-Schaltungen zum Hauptmarkt und zur Katharinenruine.

Rückblick:  Bardentreffen 2016

 

Henry David Thoreau 200

„Henry David Thoreau wird als geistiger Vater Gandhis, Martin Luther Kings und der gegenwärtigen Friedensbewegung immer bedeutender. Ein  Pionier für Natur- und Umweltschutz, alternative Lebensformen, „Zivilen Ungehorsam“.

Henry D. Thoreau mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt von Hans-Dieter und Helmut Klumpjan, rowohlt monographie, Reinbek bei Hamburg 1986

Illustrationen aus dem Band und weitere Titel – bitte zur Vergrößerung anklicken:

Zum 200. Geburtstag Henry Davids Thoreaus am 12. Juli 2017.

Bei WordPress gibt es in mehreren Blogs Besprechungen und schöne Zitate zu finden und Links zu weiteren Medien.

Dazu eine aktuelle Ausstellung bei The Morgan Library & Museum in New York, die Thoreaus Tagebücher behandelt:

http://www.themorgan.org/exhibitions/thoreau

Hörfunksendung des Südwestdeutschen Rundfunks als Audio-Podcast:

Henry David Thoreau: Vordenker des zivilen Ungehorsams

06.07.2017 | 28 Min. | Quelle: SWR

„Bis heute wird Thoreau als Popstar der Ökologie-Bewegung gefeiert und als wiederentdeckter Held des globalisierten Widerstandes gegen den Staat. Ist das alles nur ein Mythos?“

In der Sendung kommen zu Wort unter anderen Frank Schäfer, Autor einer neuen Biografie, sowie der Herausgeber der Tagebücher:

Frank Schäfer, Henry David Thoreau – Waldgänger und Rebell. Eine Biographie, Suhrkamp Taschenuch 2017

Henry David Thoreau, Tagebuch I, Originaltitel: The Journal (Englisch), Übersetzung: Rainer G. Schmidt, Matthes & Seitz, Berlin 2016

Tagebuch II, Übersetzung: Rainer G. Schmidt, 2017
Nachtrag:

Buch-Bloggerin „Sätze & Schätze“ bespricht hier die Neu-Erscheinung: Henry David Thoreau, Leben ohne Grundsätze, Übersetzung von Peter Kleinhempel, Limbus Verlag, Innsbruck 2017:

https://saetzeundschaetze.com/2017/12/02/henry-david-thoreau-leben-ohne-grundsaetze-1863-2017/

 

Deutschstunde – German Lesson

An der heutigen Deutschstunde will ich Euch teilhaben lassen. Readers in English language please see down below.
Herr A. J. sprach an, dass er gestern eine erneute Duldung für drei Monate bekommen hat. Derzeit hat er einen Deutschkurs, und wir wiederholten und ergänzten seinen Schreibblock:
„Sein Nachbar muss zurück nach Afghanistan
Die Polizei ist gekommen
Sie hat ihn abgeholt
Die Polizei hat seinen Nachbarn nach München gebracht
Es gab eine Bomben
explosion in Kabul
Viele Menschen wurden getötet oder verletzt
Es gab Viele Tote und Verletzte“
Wir wiederholten den Text, die Sätze und Wörter mit Aussprache. Herr A. J. erzählte weiter – hier in meiner Formulierung und Wiedergabe:
„Das Flugzeug ist nicht abgeflogen.
Die Abschiebung ist ausgesetzt.
Der Nachbar ist zurück gekommen.“

 

Fotos zum Vergrößern anklicken.

English version:
At todays German Lesson, Mister A. J. told that his temporary suspension of deportation (Duldung) was prolongued for three months. He attends a German class, and we repeated his lesson and notices:
„His neighbour has to go back to Afghanistan
Police came
and took him away
Police took his neighbour to Munich
There was a bomb
explosion in Kabul
Many people were killed or hurt
There were many deads and injured“
Repeating the text, sentence and words with pronunciation, Mister A. J. continues the story – here in my words:
„The plane did not start off
The deportation was cancelled
The neighbour came back“

Pulse of Europe

Am Sonntag gab es wieder die Möglichkeit, Pulse of Europe  (Version in English language available there) – kennen zu lernen, die Bürgerinitiative für Europa. Sie ist in vielen Ländern und Städten tätig und versammelt dabei zahlreiche Bürger*innen, die sich für die europäische Idee sowie für friedliche und zivile Zusammenarbeit engagieren:

Unser Ziel und Beitrag

Wir sind überzeugt, dass die Mehrzahl der Menschen an die Grundidee der Europäischen Union und ihre Reformierbarkeit und Weiterentwicklung glaubt und sie nicht nationalistischen Tendenzen opfern möchte. Es geht um nichts Geringeres als die Bewahrung eines Bündnisses zur Sicherung des Friedens und zur Gewährleistung von individueller Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit.

Die Fotos der Galerie durch Anklicken vergrößern.

In Nürnberg trafen sich ein paar Hundert Teilnehmer*innen an der Lorenzkirche. Zunächst schwiegen wir eine Minute zur Anteilnahme für die Opfer des Terrroranschlags in London. Nachher sprach dazu ein britischer Redner. Die Pfarrerin von St. Lorenz erläuterte an diesem Pfingstsonntag, wie der Geist sprachliche Grenzen überwindet zu einer Verständigung – gerade auch im ökumenischen Sinne.

Die Initiatoren trugen den Offenen Brief der Initiative an Europäische Politiker vor, nachzulesen auf der Internet-Seite. Engagierte trugen zehn Thesen zu Europa vor, andere meldeten und kommentierten Nachrichten aus der europäischen Politik der letzten vier Wochen.

Mehrere Sprecher*innen kritisierten die Polizei-Aktion zur Abschiebung eines afghanischen Schülers aus seiner Schulklasse im Nürnberger Berufsschulzentrum vor einigen Tagen mit klarer Unterstützung der Versammlung.

Eine Sängerin gab den Ton an zu Carols Kings „You’ve got a friend“. Die Teilnehmer*innen bildeten ein Ypsilon als Buchstaben zu der europäischen Foto- und Filmaktion „We say hello – don’t say goodbye“ zum Beatles-Song „Hello, Goodbye“ in bezug auf den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und die entsprechenden Verhandlungen.

Schließlich sangen wir die Ode an die Freude von Ludwig van Beethoven mit drei Versen von Friedrich Schiller – die Europa-Hymne. Eine Menschen-Kette zu den Tönen des Pulsschlages oder Herzschlages rundete die Versammlung ab.

Hier erinnere ich mich, wie wir Anfang der achtziger Jahre Woche für Woche freitags bei St. Lorenz einen „Schweigekreis für den Frieden“ bildeten. Der Protest richtete sich gegen die Nachrüstung mit den Mittelstreckenraketen. Die Friedensbewegung konnte nicht verhindern, dass sie aufgestellt wurden, hat wiederum mit ihrem Einsatz wesentlich dazu beigetragen, dass die betreffenden INF-Verhandlungen dazu führten, dass diese Waffen wieder abgezogen wurden. So lernte ich, dass Bürger-Engagement wirkt und mit entscheidet.

Den Initiator*innenen von Pulse of Europe, aktiven und engagierten Teilnehmer*innen wünsche ich international, europäisch, bundesrepublikanisch und lokal in Nürnberg entsprechende Bildungserlebnisse, weiterhin viel Zuspruch, Gehör, Resonanz und Erfolg auf diesem Weg.

 

http://pulseofeurope.eu/

 

Bäume für die Menschenrechte

In Nürnberg gibt es eine Initiative „Bäume für die Menschenrechte“, die seit zehn Jahren im ganzen Stadtgebiet Ginkgo-Bäume pflanzt und die Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 anspricht.

Ein Spaziergang im Frühling auf dem Rechenberg zeigt drei der Bäume mit ihren zarten Blätterknospen. Drunten in der Stadt sind die Ginkgo-Straßenbäume bereits etwas weiter. Die folgende Foto-Galerie zum Vergrößern bitte anklicken.

Weiteres zur Idee und Geschichte der „Bäume für die Menschenrechte“ hier unter:

https://baeume-fuer-die-menschenrechte.nuernberg.de/aktuelles/

English summary:

In Nuremberg, there is an initiative „trees for the human rights“ which has been planting ginkgo trees for ten years in the whole city and appeals to the articles of the general declaration of the human rights of the United Nations of 1948.
A walk in the spring on the Rechenberg shows three of the trees with their tender buds. Down town the ginkgo street trees are already a little further. Please click the photo gallery for increasing or check out the link for the idea and history of the „trees for human rights“ in German language.