Nürnberger Männleinlaufen

„Wee men running“ in English at: http://maennleinlaufen.nuernberg.de/?lang=en

Zum 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV. – 1316 bis 1378 – erinnert die Stadt Nürnberg mit zahlreichen Kooperationspartnern und vielerlei Veranstaltungen und Ausstellungen an einen böhmischen und deutschen Herrscher, zu dessen Zeit Prag und Nürnberg an der „Goldenene Straße“ europäische Städte wurden.

Karl IV. erlaubte 1349 die Vertreibung der Juden, den Abbruch ihrer Häuser und die Einziehung ihres Vermögens. Die Nürnberger verbrannten 562 Juden in einem Progrom. An der Stelle ihrer Siedlung entstand der Hauptmarkt, an der Stelle ihrer Synagoge 1355 die Frauenkirche. Seit 1509 zeigt die Kunstuhr in deren Giebel das „Männleinlaufen“: sieben geistige und weltliche Kurfürsten huldigem dem Kaiser – täglich 12 Uhr mittags.

Das „Männleinlaufen“ wird gegenwärtig bis 3. November aktualisiert – wer Kaiser oder Kurfürst nachspielen oder sich einfach orientieren möchte, finde sich ein. Ein Theater-Comic am Rathausplatz illustriert die Geschichte – siehe die letzten drei Aufnahmen der Galerie.

In der Goldenen Bulle, der Verfassung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation – legte Karl IV. fest, wie die Könige des deutschen Reiches gewählt werden – von den sieben Kurfürsten -, und dass jeder gewählte König den ersten Reichstag in Nürnberg abhalten solle.

Zu den aktuellen Veranstaltungen des Projektbüros im Kulturreferat der Stadt Nürnberg:  http://maennleinlaufen.nuernberg.de/

Bayerisch-Tschechische Landesausstellung „Karl IV.:“ im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg vom 20. Oktober 2016 bis zum 5. März 2017: http://www.karliv.eu/

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Veröffentlicht von

arnoldnuremberg

Bernd Arnold in Nürnberg

4 Gedanken zu „Nürnberger Männleinlaufen“

  1. Das waren die Pestpogrome der Jahre 1348/49. Man brauchte einen Schuldigen für die unerklärlichen Vorfälle. Der Schuldige war der Fremde, das Unbekannte, das, was man auch nicht erklären konnte. Die Verschwörungstheorien von heute haben eine Affinität zu den antijudaistischen Verschwörungstheorien des Mittelalters, als die Juden die Pest brachten, christliche Kinder frühstückten oder das Korn faulen ließen. Die Obrigkeit war das nicht Recht, im Gegenteil, man versuchte oftmals die Juden zu schützen, weil man sie für die eigene Heilsgeschichte brauchte. In Trier sprangen die Mütter mit ihren Kindern von der Basilika, zur Heiligung des Namens G’ttes, Kiddush hashem. In anderen Städten war es ähnlich.

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    1. Danke für die geschichtliche Erinnerung. Ja, die Pest mit ihren Folgen. In Nürnberg gab es derzeit einen Handwerker-Aufstand, der wohl nicht nur gesundheitliche und religiöse Ursachen hatte, sondern soziale und wirtschaftliche Motive, ein Aufstand gegen die Patrizier. Wirtschaftliche Gründe waren es zudem, den Kaiser um die Erlaubnis zu bitten, die jüdische Gemeinde vom Platz zu vertreiben. Es ging auch um die Errichtung eines Handelshauses. Die Gedenktafel zu dem Pogrom an der Frauenkirche reiche ich nach.

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  2. Und wir entwickeln uns, meinen, wir werden immer zivilisierter. Und doch ändert sich nichts, denn wenn es Probleme gibt (damals die Pest, heute eine um sich greifende Angst vor Arbeitslosigkeit, Wohlstandsverlust usw.), dann brauchen wir einen Schuldigen, einen Sündenbock. Die Vorwürfe sind ähnlich, die Wahl der Mittel gegen die vermientlich Schuldigen auch. Ganz erschreckend.
    Viele Grüße, Claudia

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    1. Danke für Deinen aktualisierenden Kommentar. Dem ist analytisch nichts hinzuzufügen. Doch eines, die Hoffnung: „I shall be released“, „We shall overcome“ und „The times, they are a’changing“ – Bob Dylan. Herzlich, Bernd

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