Bildung begleiten

Viele Freiwillige engagieren sich für Schülerinnen und Schüler. Ihre Initiativen trafen sich bei einem Fachtag am 25. November zu Information und Austausch. Das „Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern e. V. “ und „ROCK YOUR LIFE! Metropolregion Nürnberg e. V.“ hatten dazu in den Eppelein-Saal der Jugendherberge auf der Nürnberger Burg eingeladen.

Claudia Leitzmann vom Landesnetzwerk, Jan Boskamp von ROCK YOUR LIFE! sowie Julia Schermann vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend begrüßten die etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Über die Möglichkeiten und Grenzen von Patenmodellen sprach Mitra Sharifi-Neystanak von der Universität Bamberg. Das Engagement vieler Ehrenamtlicher würdigte sie mit Anerkennung für die vielfältigen und nachhaltigen Begegnungen bei der Persönlichkeitsbildung, der Sprach- und Leseförderung, Hausaufgabenbetreuung und Übergangsbegleitung für Kinder und Jugendliche mit oder ohne Migrationshintergrund. Als Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Ausländer-, Migrations- und Integrationsbeiräte Bayerns“ (AGABY) kritisierte sie die anhaltende Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im Schulsystem.

In einer Gesprächsrunde stellten Vertreterinnen und Vertreter von „Balu und Du“, „Mentor Lesespaß Coburg“, „ROCK YOUR LIFE!“ und „wings to school“ ihre Initiativen vor, erläuterten ihr Vorgehen und die Herausforderungen bei der Organisation, Finanzierung sowie der Kooperation mit den Schulen.

Für weiteren Input und Austausch sorgten zwei Runden von sechs Workshops über Fundraising, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, Gewinnung von Freiwilligen, Anerkennungskultur für Ehrenamtliche, Mentoring-Qualifizierung sowie Wirksamkeitsmessung und Evaluation.

In der bundesweiten Initiative „ROCK YOUR LIFE!“ engagieren sich Studierende als Mentorinnen und Mentoren für Schülerinnen und Schüler mit beträchtlichem Einsatz. Sie bezeichnen sich als „Bewegung für mehr Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Im Workshop Mentoring-Qualifizierung präsentierte Madlen Petzsche das Trainings-Konzept von „ROCK YOUR LIFE!“

Besonders gut gefallen mir die Fragen, mit denen sich die Studierenden, Schülerinnen und Schüler in ihren Trainings und Gesprächen auseinandersetzen:

• „Was würden deine Freunde sagen, sind deine größten Talente?“
• „Was würdest du machen, wenn es sicher nicht schief gehen würde?“
• „Was fällt dir so leicht, dass du es großzügig geben kannst, immer und immer wieder?“
• „Was würdest du machen, wenn Geld keine Rolle spielen würde?“
• „Warum bist du hier?“
• „Wofür willst du bekannt sein?“
• „Wofür danken dir die Menschen oft?“

Unterstützt wurde der Fachtag von der „Aktion zusammen wachsen – Bildungspatenschaften stärken, Integration fördern. Sie wurde 2008 von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration ins Leben gerufen und wird gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragen.

Auf der Internet-Seite der „Aktion zusammen wachsen“ finden sich umfangreiche Informationsmaterialien sowie die bundesweite Projekt-Datenbank. Hier können sich interessierte Initiativen und Organisationen eintragen lassen.

Wer sich freiwillig engagieren möchte als Lesefreundin, Hausaufgabenbetreuer oder Ausbildungsbegleitung findet hier eine passende und gute Adresse in der jeweiligen Nähe.

Zum Abschluss verabredeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachtags den weiteren Austausch, Vernetzung und Fortbildungen sowie gemeinsame Interessenvertretung.

Danke für aufgefrischte ältere Kontakte, erfrischende neue Begegnungen, aktuelle Informationen und weiterführende Perspektiven.

Hier finden Sie:

  • Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern e. V.

http://www.lbe.bayern.de/index.php

  • ROCK YOUR LIFE! MENTORING

https://www.rockyourlife.de/

  • Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns

http://www.agaby.de/

  • Aktion zusammen wachsen

http://www.aktion-zusammen-wachsen.de/startseite.html

 

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Veröffentlicht von

arnoldnuremberg

Bernd Arnold in Nürnberg

2 Gedanken zu „Bildung begleiten“

  1. Es wäre hilfreich, wenn Ihr ähliche links auch für die anderen Bundesländer veröffentlicht könntet.

    Es sollte auch versucht werden, die Menschen in Deutschland, die Angst vor Ausländern haben und diese Angst mitunter sogar in diffuse Gewaltaktionen umsetzen, in unsere Gesellschaft zu integrieren. Denn sie sind noch nicht wirklich integriert, sondern schießen sich aus, indem sie sich nur in einer kleinen Gruppe Radikaler bewegen.

    Also friedliche Begegnung mit Ausländern vermitteln, damit sie im direkten Kontakt erkennen, dass die meisten Flüchltlinge liebenswerte Menschen sind.

    Leider gibt es darunter auch Kriminelle, das ist aber in jeder Gesellschaft so.

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    1. Hallo Bernd Meier,
      danke für die Rückmeldung und Anregungen.
      In den Tagungsbericht habe ich ein paar Internet-Links zu den beteiligten Organisationen aufgenommen. Auf der genannten Internet-Seite der „Aktion zusammen wachsen“ findet sich eine Projekt-Datenbank mit zahlreichen bundesweit und oder örtlich tätigen Initiativen, wo sich für die betreffenden Bundesländer, Städte und Gemeinden gut recherchieren lässt. An vielen Orten gibt es auch Freiwilligen-Agenturen, die Bildungspatenschaften, Schüler-Coaches und ähnliche Einsätze vermitteln. Viele der Angebote unterstützen und begleiten Kinder in Kindertagesstätten und Schulen unabhängig von ihrer Herkunft, Sprache oder Nationalität, mit oder ohne Migrationshintergrund, und das scheint mir gut so.
      Die Überlegung, Menschen mit Vorbehalten und Ängsten anzusprechen und in die Gesellschaft zu integrieren, teile ich. Wenn ich mir hier so umsehe in den einschlägigen Blogs, finde ich viele Gruppen und Initiativen, die in diese Richtung gehen. An vielen Orten laden sie ein zu geselligen Veranstaltungen, sportlichen oder kulturellen Aktivitäten, die Kennenlernen und Begegnungen ermöglichen; gemeinsames Kochen, Musizieren, Fußballspielen. Dies nimmt die Gestalt einer neuen sozialen Bewegung an, die durch ihr Engagement den Erscheinungen von Vorurteilen, Hass und Gewalt entgegenwirkt. „Mutbürger“ betätigen sich – in Vereinen organisiert oder ungebunden – nachbarschaftlich, gastfreundlich und menschlich.
      Viele Grüße
      Bernd Arnold

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