Syrische Familie findet wieder zusammen – Reunion of a syrian family

English version see below –

Wie eine syrische Familie im Transit Camp Stadionbad Nürnberg wieder zusammen fand, erzählen die Freiwilligen auf der Facebook-Seite „Nürnberg engagiert“ in der Nachricht vom 15. Oktober 2015

„Update Situation Transitunterkunft Stadionbad:
Jetzt ist es spruchreif: Das Stadionbad wird dieses Jahr nicht mehr als Transitunterkunft genutzt, dafür ist es mittlerweile auch eindeutig zu kalt. Um einen Schlusspunkt für diese Situation zu setzen, habe ich hier noch eine rührende Geschichte für Euch:
Unter den rund 200 Personen, die vergangenen Dienstag kurzfristig bei Starkregen gegen 23 Uhr ankamen, war eine Frau mit ihren zwei Söhnen (etwa 3 und 10) aus Syrien. Sie sind auf dem Landweg zu uns gekommen und waren gut 3 Monate hauptsächlich zu Fuß unterwegs. Am Mittwoch, als die Busse ankamen, um die Flüchtlinge weiter zu bringen, blieb sie mit ihren Kindern „übrig“. Sie bestiegen keinen der Busse. Mit Hilfe der engagierten ehrenamtlichen Übersetzer konnte geklärt werden, dass sie auf ihren Mann warte, der bereits seit über einem Jahr in Deutschland ist. Sie haben sich 1 1/2 Jahre nicht gesehen. Via Handy konnte Kontakt zu ihrem Mann aufgenommen werden, der in einer Flüchtlingsunterkunft bei München untergebracht ist. Mit einem Bekannten, auch Syrer, machte er sich umgehend auf den Weg nach Nürnberg, um seine Familie abzuholen. Am Hauptbahnhof angekommen konnten beide, wieder mit Hilfe der Übersetzer, den doch nicht ganz unkomplizierten Weg zum Stadionbad finden. Die Familienzusammenführung brachte selbst gestandene Sicherheitskräfte aus der Fassung. Nach 1 1/2 Jahren, ohne Garantie sich jemals wieder zu sehen, war die Freude auf beiden Seiten riesig. Für die Kleinen ging die Sonne auf, als sie ihren Papa sahen und auch die Eltern waren sichtlich gerührt. Der Mann sprach schon gut Deutsch und konnte ein wenig berichten, hauptsächlich war er jedoch und verständlicherweise seiner Familie zugewandt. Auf Augenhöhe diskutierte er mit seiner Frau und herzte die Kinder. Die Kleinen hingen an den Beinen der Eltern. Auch der Bekannte sprach gut Deutsch und war offensichtlich schon gut integriert, weswegen er sich wohl überhaupt im Deutsche-Bahn-Dschungel zurechtfand. Zu fünft brachen sie dann wieder auf Richtung München, zum Nürnberger Hauptbahnhof wurden sie von einer Freiwilligen gebracht. Übrig blieben aber die Kunstwerke des Jüngsten, die er während der Wartezeit im Stadionbad zusammen mit seiner Mutter gemalt hatte….
Die Deutschkenntnisse der beiden Syrer, des Papas und seines Bekannten, haben uns sehr beeindruckt. Und auch der Umgang zwischen den Eheleuten und der Kinder war sehr bemerkenswert. Für uns war diese rührende und liebevolle Szene wichtig, um zu sehen, wofür wir arbeiten, uns engagieren und die ein oder andere Nacht im Regen schuften. Das wollten wir mit Euch teilen.“

English version:

Reunion of a syrian family, told by volunteers

On Tuesday, 6th October, around 200 people arrived at the transit camp at 11 p.m. during pouring rain. Among them was a woman from Syria with her two sons, around three and ten years old. They had been travelling for almost three month, most of it by foot. On Wednesday, when the busses came, to take the guests to the refugee centers, the family stayed behind at the camp and did not enter on of the busses. Talking to the family, our volunteer translators found out, that they were waiting for their husband and father, who stays in Germany already for more than a year. They had not seen each other for one and a half years. Via mobile phone they could get in touch with the husband who stays at a refugee accomodation in the Munich region. Together with a friend, he immediately set off to catch his family at Nuremberg. With the assistance of the translators, they made their way from the central station to the transit camp, which is not easy to find for someone who does not know the place.

The family reunion was moving, even for security and service personnel with experience. After one and a half years, it was great happiness on both sides. It was a sunrise for the boys to meet their father again, and the parents were touched deeply. The man speaks a good German already and so he could report a bit, but of course mainly talked to his wife and children. They talked to each other and hugged the children who stuck to their legs. The syrian friend also spoke a fluent German, so they could make their journey on the German Railway transport. So the five of them left the camp and headed for the home at Munich. A volunteer took them to the central train station. What remained at the camp were the drawings of the young boy which he did together with his mother while waiting.

The family was very impessive to us, also the knowledge of the German language of both of the Syrians. This loving scene and touching story is important to us. We see what and whom we are working for and why we spend nights out in the rain. This we want to share with you.


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Veröffentlicht von

arnoldnuremberg

Bernd Arnold in Nürnberg

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