Translate – übersetzen

More than hundred people volunteered to translate for thousands of refugees at the transit camp Nuremberg in autumn 2015. Their essential services performed translation from and into Arabic, Farsi, Turkish and Kurdish, English etc. for the whole transit camp, the many encounters and needs.

The translators welcomed and received the refugees, spoke at the medical screening, accompanied on the way to the sleeping tents and mediated there, they showed the ways and gave orientation to the showers, catering and the restaurent tent. They answered questions on telecommunication and to continuation of their journey. They helped here and there to prevent a possible conflict or to solve it. Moreover, they gave first orientation on the place, the town and the local situation. In addition, the translators talked to the refugees in the transit camp and answered to all personal questions and matters. They made announcements over the loudspeaker arrangement of the stadium bath concerning the meals or the departures to first admission facilities. They wrote signs and posters for important communications.

Some translators came as instructors or participants of the educational centre of the city of Nuremberg or on account of the Islamic community. Others were attracted by personal and informal contacts or the public call on social networks. The translators were migrants or refugees themselves, who came to Nuremberg by marriage or family reunification. Here, they gave their best to help compatriots and to support the city of Nuremberg, employees and volunteers at the transit camp. Their civic involvement is exemplary.

Thus, the translators explained to the refugees what they could expect in the transit camp, what they could get or not, and they told to us hosts what the guests would need and expect. They worked untiringly, donated their spare time, night’s rest and helped us to trust, „yes, we  can“ – they themselves managed their arrival.

„Translation“ is an ambiguous word in German. Skippers and sailors can „translate“ – „übersetzen“ (ferry over) – the travellers on rivers, lakes and seas to the other shore. People with two or several languages can translate the said or written of one into another language. Some of the translators at the transit camp  were able to translate three, four, five or even more languages. Many of them already had mediated for migrants and refugees at other places , and many will do it at further other occasions.

Beside the voluntary translators, there were employees of the security service who were enabled to translate with own linguistic proficiency. Also doctors, volunteers and others brought suitable linguistic skills. Several refugees themselves provided helpful services over and over again, translating from mother tongues into the English and shared communication with us to employees and volunteers.

From the translators, I learned one or the other word myself, an intercultural gesture and something about composure and dignity. A magic word was „targamaa“ – arabic: translate, translation. The transit camp was a polyglot learning space for linguistic and non-verbal meeting. Shukran – merci – thank you – danke.

My translation from the original German version was assisted by: http://de.pons.com/text-%C3%BCbersetzung

After the transit camp had closed, most of the language mediators still are busy assisting refugees, volunteers and authorities at the Zentrum Aktiver Bürger – Centre of Active Citizens at Nuremberg with knowledge of over thirty languages:

https://www.iska-nuernberg.de/cgi-bin/zab/cms.pl?Seite=sprachvermittlung.htm

In 2016, the language team won the Intercultural Prize of the Nuremberg Council for Integration and Migration.

This translation was inspried by WordPress Daily Prompt „Translate“:

Translate

The orginal post in German language at the time:

Für das Transit Camp Stadionbad melden sich über hundert Personen, die übersetzen können. Übersetzen von und in Arabisch, Farsi, Türkisch und Kurdisch, Englisch usw. Für das gesamte Transit Camp, alle einzelnen Angebote und die menschlichen Begegnungen leisten die Übersetzerinnen und Übersetzer wesentliche und zentrale Dienste.

Die Übersetzerinnen und Übersetzer begrüßen die Flüchtlingsgäste, empfangen sie, sprechen beim ärztlichen Screening, begleiten auf dem Weg zu den Schlafzelten und vermitteln beim Belegen der Zelte, sie weisen die Wege und geben Orientierung zu den Duschen, zur Essensausgabe und zum Essenszelt. Sie beantworten Fragen zur Telekommunikation und zur Weiterreise. Sie helfen hier und da, einen möglichen Konflikt beizulegen. Über die sprachliche Verständigung hinaus, geben sie erste Orientierung über den Ort, die Stadt und die hiesigen Verhältnisse. Darüber hinaus, sprechen die Übersetzerinnen und Übersetzer die Flüchtlingsgäste im Transit Camp an und lassen sich ansprechen mit allen persönlichen Fragen und Angelegenheiten. Sie machen Durchsagen über die Lautsprecheranlage des Stadionbades zu den Essenszeiten oder zu den Abfahrten in Erstaufnahme-Einrichtungen. Sie schreiben Schilder und Plakate für wichtige Mitteilungen.

Einige Übersetzerinnen und Übersetzer kommen als Kursleiter oder Besucher des Bildungszentrums der Stadt Nürnberg oder aufgrund der Kontakte zur Islamischen Gemeinde, wieder andere werden angesprochen durch ihre persönlichen und familiären Kontakte oder den öffentlichen Aufruf über die sozialen Netzwerke. Die Übersetzerinnen und Übersetzer sind selbst Migranten oder Flüchtlinge, sind durch Heirat oder Familienzusammenführung nach Nürnberg gekommen. Sie geben ihr Bestes, um ihren Lands- und Sprachleuten hier weiter zu helfen und die Stadt Nürnberg, die Mitarbeiter und Helferinnen im Transit Camp zu unterstützen. Ihr bürgerschaftliches Engagement ist beispielhaft.

So erklären die Übersetzerinnen und Übersetzer den Flüchtlingsgästen, was sie im Transit Camp erwartet, was sie bekommen und was nicht, und sie vermitteln uns Gastgebern, was die Gäste brauchen und erhoffen. Sie setzen sich unermüdlich ein, spenden ihre Freizeit, ihre Nachtruhe und helfen uns, zu vertrauen, „wir schaffen das“ – sie haben es selbst geschafft oder sind dabei, es zu schaffen.

„Übersetzen“ ist in der deutschen Sprache ein mehrdeutiges Wort. „Übersetzen“ können Schiffer und Seeleute die Reisenden auf Flüssen, Seen und Meeren zum anderen Ufer. „Übersetzen“ können Menschen mit zwei oder mehreren Sprachen das Gesagte oder Geschriebene von einer in eine andere Sprache. Manche der Übersetzerinnen und Übersetzer im Transit Camp sind drei, vier, fünf oder mehrerer Sprachen mächtig.

Viele der Übersetzerinnen und Übersetzer haben bereits an anderen Stellen für Migranten und Flüchtlinge vermittelt, und viele werden es künftig weiter an anderen Orten tun.

Neben den freiwilligen Übersetzerinnen und Übersetzern gibt es MitarbeiterInnen des Sicherheitsdienstes, die mit den eigenen Sprachkenntnissen befähigt sind, zu übersetzen. Auch Ärzte, Sanitäter und Freiwillige bringen passende Sprachfertigkeiten mit. Nicht zuletzt leisten immer wieder mehrere Flüchtlingsgäste selbst hilfreiche Dienste, indem sie aus ihren Muttersprachen ins Englische übersetzen und so Verständigung und Kommunikation mit uns Mitarbeitern und Freiwilligen herstellen.

Von den Übersetzerinnen und Übersetzern lerne ich selbst das eine oder andere Wort, eine interkulturelle Geste und manches über Haltung und Würde. Das Transit Camp ist ein mehrsprachiger Lernort für sprachliche und nonverbale Begegnung. Shukran – merci – thank you – danke.

 

New Years Walk – Neujahrswanderung

Das neue Jahr willkommen heißen bei einem Ausflug mit Freunden und Verwandten erfreut besonders bei passender Witterung: Die Sonne beleuchtet bereifte Landschaft und Orte. Die Fotogallerie zum Vergrößern bitte anklicken:

Die Wanderrunde beginnt in Neunhof bei Lauf im Nürnberger Land, geht nach Nuschelberg, Günthersbühl und Oedenberg und erreicht den Panorama-Blick bei Tauchersreuth. Die sinnlichen Eindrücke lassen sich mit einfachen Mobilgerät-Aufnahmen weder einfangen noch wiedergeben.

Wir teilen freundschaftlich Ereignisse des vergangenen Jahres, Geburten und Todesfälle, Wohlbefinden, persönliche und berufliche Entwicklungen, Erinnerungen, Zeitgeschehen und Ausblicke sowie Tee, Lebkuchen und mehr Leckereien. Den Reif betrachten und eigenem Reifen nachdenken.

So läuft der Weg nach Beerbach, wo in der Kirche das Licht durch die Glasfenster strahlt und zwei „Himmelsscheiben“ gestaltet sind.

Der Brauereigasthof Wiethaler in Neunhof macht uns Einkehrer mit feiner fränkischen Küche und gutem Service so richtig satt.

Zum neuen Jahr viel Glück, alles Gute und Wohlergehen!

Weiteres zur Sankt-Egidien-Kirche in Beerbach vermittelt die Gemeinde unter: https://www.beerbach-evangelisch.de

Der Brauereigasthof Wiethaler in Neunhof findet sich unter: http://brauerei-wiethaler.de/

Mitteilung bei WordPress Daily Prompt „Year“:  Year

 

Das Leben verstehen * Understanding life

English readers please check out the book of Wilhelm Schmid here on the publishers page.

Wilhelm Schmid schreibt „Von den Erfahrungen eines philosophischen Seelsorgers“.

Wer Wilhelm Schmids Werke schon eine Weile liest, freut sich über sein neues Buch, denn hier schreibt er über seine praktischen Erfahrungen im Krankenhaus Affoltern am Albis im Kanton Zürich, wovon schon lange die Rede, aber nicht viel zu lesen war. Schmids Essay „Vom Sinn der Schmerzen“ führte zu der Einladung, im dortigen Spital tätig zu werden. Ab 1998 übernahm er für zehn Jahre die Philosophiewochen: Gespräche mit den Patienten am Krankenbett, Pflegern und Ärztinnen, Workshops mit den Mitarbeitenden, Vorträge und Werkstätten über die Lebenskunst.

In den für Wilhelm Schmid zunächst überraschenden Gesprächen mit den Klienten geht es um Brüche und Lebenskrisen, den Umgang mit sich selbst und Neuanfänge, Schönes und zu Genießendes, Glücklich sein oder den Sinn – endlich um die Lebenskunst angesichts des Todes. Gefragt sind „geistige Nahrung“ (S. 16), das Zuhörenkönnen (S. 115), das Gespräch und die Beziehungen (S. 115 f).

"Was ich der Zeit in Affoltern verdanke, ist ein enormer Reichtum an Empirie im Sinne von Erfahrungen, die zum Korrektiv für meine eigenen Theorien werden konnten. Der vorliegende Bericht davon will nicht etwa ein Modell schildern, das auf andere Situationen und Institutionen übertragbar wäre, sondern diskutable Beispiele für eine philosophische Praxis im weiteren Sinne vorstellen." S. 13

"Meine Rolle in diesem Rahmen ist, einen Raum anzubieten, in dem über das Leben nachgedacht werden kann, um es besser zu verstehen. [...] 
So privat die Lebenskunst zunächst zu sein scheint, so politisch fällt sie letzten Endes aus, wenn es um die Bedingungen und Möglichkeiten des Lebens geht, die nicht nur vom jeweiligen Individuum abhängen." S. 235 f

Ebenso eingehend spricht der Autor mit dem Personal im Krankenhaus „quer durchs ganze Haus“ und nennt dies „transversale Arbeit“ – mit Wirkungen und Nebenwirkungen. Wilhelm Schmid besucht die Verwaltung, den Operationssaal und philosophiert mit der Ärzteschaft. Gleichermaßen reflektiert er mit den Pflegenden, den Kräften der Physiotherapie und Psychotherapie sowie der Psychiatrie und Theologie.

Wilhelm Schmid versteht sich als weltlicher Seelsorger, leitet den Begriff der Seelsorge von Sokrates und Platon her und entfaltet ihn aus der philosophischen Tradition mit Bezug auf Michel Foucault (S. 167 f). Leistet das philosophische Gespräch Rat oder Beratung? Was treibt dass Gespräch an? Was bedeutet Selbstbestimmung? Kann Philosophie Lebenshilfe leisten – was umstritten ist und hier und da bezweifelt wird.

"Das Leben braucht Möglichkeiten, eine Wirklichkeit ist zu wenig für einen Menschen." S.183 

"Wie die Erfahrung zeigt, kann das bloße Gespräch schon Wunder bewirken. Und das hat Gründe, denn endlich erfährt ein Mensch die Aufmerksamkeit, die ihm fehlte, die Zuwendung, die er entbehrte. Das ist der große Gewinn der Gespräche: Die Macht der Aufmerksamkeit wird erfahrbar, und dies wechselseitig." S.196   

"Der eigentliche Gewinn der philosophischen Gespräche ist Sinn. Philosophieren heißt, die Frage nach dem Sinn ernst zu nehmen und die möglichen Antworten darauf zu erörtern. Durch das gemeinsame Innehalten und Nachdenken über Sinn, durch Besinnung in jedem Sinne, werden bestehende Zusammenhänge klarer und sind neue zu erschließen." S. 197 f

Der Autor fragt sich selbsterfahrend: „Wozu das Alles?“ und taucht weiter ein in die Fragen, was Krankheit sei, seit wann es Krankenhäuser gibt wiederum anhand von Foucault, und wie sie etwas anders gestaltet werden könnten.

Im weiteren Kapitel betrachtet Wilhelm Schmid seine Leib- und Magenthemen der Lebenskunst wie die Kürze des Lebens, Heiterkeit und Zorn, Freiheit und Form, die Kunst des Berührens und Berührtwerdens, wie auch die Schattenseitens des Lebens mit den Machtfragen und Ohnmachtserfahrungen, Sinn und Sinnlosigkeit. Wie in seinen bekannten Büchern erläutert Schmid den Umgang mit Menschen und sich selbst, denkt nach über Liebe, Lieblosigkeit und andere Liebe sowie das Menschsein als in Beziehung sein.

"Heiterkeit beruht auf dem Erfülltsein von den zahllosen und gegensätzlichen Phänomenen des Lebens, die ein Mensch immer und überall erfahren kann." S. 245

"Philosophieren heißt, die vielen kleinen und großen Zusammenhänge von Leben, Liebe, Arbeit und Welt zu bedenken, um die eigene Rolle und die von Anderen in diesem Rahmen klarer sehen zu können." S. 315

In der weiteren theoretischen und praktischen Werkstatt geht es um Gewohnheiten im Pflegeheim, Überbelastung in der Arbeit, das lange Arbeitsleben, starke Teams für Krebskranke, pflegerischen Umgang mit Sterben und Tod. Gemeinsam wird in der Seelengruppe der Deutung der Seele nachgegangen (S. 130, 345 – 350).

Schließlich nimmt Wilhelm Schmid Abschied vom Haus, fragt was von seiner Tätigkeit bleibe und was sich daraus für die akademische und freie Philosophie Philosophie ergebe.

"Gerne würde ich mit diesem Buch dazu beitragen, dass die Philosophie sich entschiedener als bisher mit Lebensfragen befasst." S. 380

 

Wilhelm Schmid, Das Leben verstehen. Von den Erfahrungen eines philosophischen Seelsorgers, Suhrkamp Verlag, Berlin 2016, 382 Seiten

Leseprobe, Angaben über Autor und weitere Schriften auf der Verlagseite:

http://www.suhrkamp.de/buecher/das_leben_verstehen-wilhelm_schmid_42569.html

Deutschlandradio Kultur führte ein Gespräch mit Wilhelm Schmid zu diesem Buch  (ab 15 Minuten):

http://www.deutschlandradiokultur.de/sein-und-streit-die-ganze-sendung-der-philosophische.2162.de.html?dram:article_id=365543

Die Seite von Wilhelm Schmid findet sich hier:

http://www.lebenskunstphilosophie.de/index.htm

WordPress bietet an, einen Beitrag im „Photo Challenge“ zum Thema „Resilient“ zu senden:

Resilient

Beim Daily Prompt zu „Hopeful“ bietet sich dieser Beitrag ebenfalls an:

Hopeful

Viel Glück, alles Gute, Frieden, Gesundheit und Wohlergehen für das neue Jahr 2017!

Happy new year, all the best, peace, health and well-being in 2017!

Freiheit. Schüleraufsatz in einer Willkommensklasse

Freedom. Please notice the blog of Emmanuelle Chaze in English language, link see below.

„Freiheit

Freiheit ist ein Begriff, der sich eine Meng Bedeutungen hat. Freiheit ist eine große Welt, die viele Teile enthält.

Freiheit sollte sich überall befinden, in jedem Land, jedem Haus und jeder Familie, einfach auf der ganzen Welt. Aber heutzutage hat die Freiheit ihre Bedeutung verloren. Die Starken regeln die Schwachen, die Reichen überfahren die Armen und, Präsidente töten ihre Völker. Warum!! gibt es einen grund? Weil einer Seine Meinung sagte? Oder velleicht weil einer sich beschwerte weil er Geld braucht um seine Kinder zu füttern oder weil einer andere glaben hat!? gibt mir einen überzeugenden Grund! . Ein Kind wird getötet, weil sein Vater nicht zur armee ging? Was ist seine Schuld ?!! . Jugendliche sterben, weil sie demonstriet haben. Wo ist die Freiheit? warum können wir sie nicht einfach habt haben?? diese frage stellt sich in vielen Ländern aber ins besondere Syrien. Ich würde dem Syrischen Volk, den Kindern in Syrien und in allen anderen ungerechten Ländern.“

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Diesen Text sendet Emmanuelle Chaze in ihrem Blog:

https://berlinerdiary.com/2016/12/15/welcome-class-december-15th-2016/

 

 

Nürnberger Männleinlaufen

„Wee men running“ in English at: http://maennleinlaufen.nuernberg.de/?lang=en

Zum 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV. – 1316 bis 1378 – erinnert die Stadt Nürnberg mit zahlreichen Kooperationspartnern und vielerlei Veranstaltungen und Ausstellungen an einen böhmischen und deutschen Herrscher, zu dessen Zeit Prag und Nürnberg an der „Goldenene Straße“ europäische Städte wurden.

Karl IV. erlaubte 1349 die Vertreibung der Juden, den Abbruch ihrer Häuser und die Einziehung ihres Vermögens. Die Nürnberger verbrannten 562 Juden in einem Progrom. An der Stelle ihrer Siedlung entstand der Hauptmarkt, an der Stelle ihrer Synagoge 1355 die Frauenkirche. Seit 1509 zeigt die Kunstuhr in deren Giebel das „Männleinlaufen“: sieben geistige und weltliche Kurfürsten huldigem dem Kaiser – täglich 12 Uhr mittags.

Das „Männleinlaufen“ wird gegenwärtig bis 3. November aktualisiert – wer Kaiser oder Kurfürst nachspielen oder sich einfach orientieren möchte, finde sich ein. Ein Theater-Comic am Rathausplatz illustriert die Geschichte – siehe die letzten drei Aufnahmen der Galerie.

In der Goldenen Bulle, der Verfassung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation – legte Karl IV. fest, wie die Könige des deutschen Reiches gewählt werden – von den sieben Kurfürsten -, und dass jeder gewählte König den ersten Reichstag in Nürnberg abhalten solle.

Zu den aktuellen Veranstaltungen des Projektbüros im Kulturreferat der Stadt Nürnberg:  http://maennleinlaufen.nuernberg.de/

Bayerisch-Tschechische Landesausstellung „Karl IV.:“ im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg vom 20. Oktober 2016 bis zum 5. März 2017: http://www.karliv.eu/

Beitrag eingereicht bei WordPress Daily Prompt:  Original

 

„Die Tage, die ich mit Gott verbrachte“ von Axel Hacke

English summary please view here:  http://www.kunstmann.de/title-80-80/the_days_i_spent_with_god-1230/englisch/

Auf Reisen, mit dem eigenen Spiegelbild in der Fensterscheibe eines Eisenbahnwaggons, beginnt Axel Hacke seine Geschichte. Wie der Zug ihn wundersamerweise in seine Wohnstraße bringt und er zuhause Frau und Kindern davon erzählen kann: „Aber ich habe es nicht erfunden, es ist wirklich geschehen!“

Die Familie belächelt ihn ebenso, wenn er von seinem kleinen Büro-Elefanten spricht, der ihm am Schreibtisch erscheint und ihn auf seinen Spaziergängen begleitet. Beispielsweise zum Friedhof, wo er auf der Parkbank eine eigenartige Begegnung mit einem älteren Herrn hat, der in vor einem Unglück – dem Absturz einer Weltkugel – bewahrt. An den folgenden Tagen treffen sie sich zunächst zufällig, und es gibt einen phantastischen Regenschauer. Dann besucht der Ältere den Jüngeren im Büro, oder sie treffen sich im Café oder zu einem Ausflug.

Dabei spielen die stillstehende Wanduhr des verstorbenen Vaters, ein plötzlich springender steinerner Löwe und rauchende Tiere eine gewisse Rolle. Der Ich-Erzähler wundert sich über den Zauberer, der sich auf Nachfrage als Erschaffer der Welt, als Gott herausstellt, der mal vorbeischauen will, was aus seinem Geschaffenen geworden ist, zumal seine Schöpfung sich seit langer Zeit als unvollkommen erwiesen hat – mit all den täglichen Unzulänglichkeiten und Katastrophen. Frühere Schöpfungen kommen zur Sprache wie die Welt der dreiundzwanzig Sekretärinnen oder die „Ein-Mann-an-einem-Schreibtisch-Welt“. Der Weltenschaffer gesteht zu: „Es gibt keine Therapien für Männer in Schubladen.“

So sieht man sich wieder am Altglascontainer, beim Entsorgen von Champagnerflaschen, und kommt ins Gespräch über das Böse, die Idee und Folgen des Urknalls sowie das Spiel. Axel Hacke lässt seinen Ich-Erzähler einem gealterten Gott begegnen, der als junger die Urknallschöpfung ins Werk setzte und mit den Folgen ebenso wenig glücklich ist wie mit seiner eigenen Umgebung: „Er habe es nicht mehr ausgehalten draußen, er sei quasi hierher geflüchtet … Er sei ein Universumsflüchtling. Das Alleinsein. Die Ewigkeit. Die Weite. Dieses haltlose Herumschweben. …“

„Gott war echt fertig.“ Trostbedürftig ist der Gott, der Erzähler vermittelt Trost und erfährt dabei die Erfindung der Evolution anhand der Schönheit der Schmetterlinge – und der Fortpflanzung der Wespe als Sinnbild des Bösen.

Schon zu diesem Zeitpunkt der Lektüre finden wir uns hineingezogen in eine köstliche und fesselnde Betrachtung des menschlichen, natürlichen und göttlichen Seins.

Im ausrangierten Straßenbahn-Depot wartet die nächste Überraschung: Das Prinzip des großen Egal, das den Erzähler erstaunt und erschüttert. Ein gewalttätiger Angriff lässt das große Eeeeegaaaaal natürlich völlig gleichgültig; eine Kitzelaktion kommt da schon besser.

Der weitere Verlauf der Geschichte sei an dieser Stelle nicht verraten. Eine meiner ersten Assoziationen ist Ludwig Thomas „Der Münchner im Himmel“. Im Zuge der Apotheose des Erzählers fragt er: „Können eigentlich Vegetarier Wurschtigkeit empfinden?“ Wie dem auch sei, schließlich löst sich auch die Vatergeschichte – die Mutter kommt nicht vor -, Gott dirigiert eine neue Welt, und der Erzähler geht lächelnd an die Arbeit.

Kurzum, ein ebenso leichtes und witziges wie hintergründiges Leseerlebnis für einen dieser Herbsttage, das Lust macht auf Weiterlesen, Vorlesen, Reden, Schreiben oder Philosophieren.

Verlagsangaben:

Axel Hacke / Michael Sowa, Die Tage, die ich mit Gott verbrachte, 104 Seiten, erschienen im September 2016, Illustrationen von Michael Sowa, Verlag Antje Kunstmann

http://www.kunstmann.de/titel-0-0/die_tage_die_ich_mit_gott_verbrachte-1230/

Bei den Perlentauchern ist heute noch keine Besprechung; auf WordPress gibt es zwei Blogger zum Buch:

https://julesbarrois.wordpress.com/2016/09/18/rezension-die-tage-die-ich-mit-gott-verbrachte-axel-hacke-antje-kunstmann-verlag/

https://festerben.wordpress.com/2016/09/28/die-tage-die-ich-mit-gott-verbrachte-axel-hacke/

 

 

„I have a dream“ – a visit at the dreamothèque. „Ich habe einen Traum“ – ein Besuch der Träumothek

English summary:  This weekend, the dreamotheque is in town. Just be there, dream, browse one of the selected books or the treasure chests and share dreams of your own and common life. Christian Hanser offers this throughout his European travels with a shepherds barrow and stationary at the revotheque in France. To me, this is really phantastic.

An diesem Wochenende besucht die Träumothek die Stadt. Für mich zufällig ist sie da, offen zum Besuchen und Wahrnehmen. Die Idee und ihre Wirklichkeit finde ich phantastisch real, gewissermaßen die Utopie am Ort. Daher schreibe ich hier gerne davon und sende ein paar Aufnahmen:

Einfach da sitzen und träumen. In einem der ausgewählt schönen Bücher schmökern. Das Leben und all seine Träume vergegenwärtigen. Das Fernweh und den Heimathafen abwägen. In den Schatzkisten aufgehobene Dinge wieder entdecken: Murmeln („Schusser“) oder eine Flaschenpost.

Christian Hanser ermöglicht dies mit seinem Schäferkarren, den er an diesem Wochenende zu einem Kongress im lauschigen Hof des Caritas-Pirckheimer-Hauses in Nürnberg geparkt und ausgepackt hat. Auf seiner Internet-Seite erzählt er, wie er zu der Träumothek kam, damit durch Europa reist und in Frankreich in seine revotheque einlädt zum Träumen über das eigene und gemeinsame Leben.

Ich erinnere mich an die Rede von Martin Luther King, „I have a dream“ am 28. August 1963 in Washington.

Gute Herbstzeit zum Träumen …

 

Eingereicht bei WordPress Daily Prompts:  Dream